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Altersvorsorge in Deutschland: Die drei Säulen und ihre Lücken

ugeqayidubi70
vor 3 Stunden
2 Min. Lesezeit

Warum eine Säule allein nicht trägt

Das deutsche Rentensystem ruht auf drei Säulen — gesetzliche Rente, betriebliche Vorsorge und private Anlagen. Für die meisten Erwerbstätigen liegt das zu erwartende Niveau der gesetzlichen Rente deutlich unter dem letzten Nettoeinkommen. Diese Lücke — die Rentenlücke — ist keine Panikmeldung, sondern eine Planungsgröße: Wer sie kennt, kann sie systematisch schließen.

Die Rentenlücke in drei Schätzen

Erwartete Rente: Der Rentenversicherungsvertrag oder die Renteninformation nennt eine projectionsbasierte Schätzung des Regelrentenniveaus.

Gewünschter Bedarf: Eine verbreitete Faustregel sind 65 bis 80 Prozent des letzten Nettoeinkommens — je nachdem, ob im Alter noch Miete gezahlt wird und wie die Lebenshaltung aussieht.

Differenz pro Monat: Beide Zahlen gegeneinander gestellt ergeben die Lücke, die private und betriebliche Vorsorge füllen müssen.

Säule zwei: betriebliche Vorsorge ohne Mythen

Entgeltumwandlung hat einen realen Vorteil: Der Beitrag fließt aus dem Bruttolohn, wodurch Sozialabgaben und teilweise Steuern gespart werden. Ob das konkrete Produkt dahinter gut ist, steht auf einem anderen Blatt — Kostenstruktur und Anlageoptions prüfen. Für Arbeitnehmer mit mittlerem Einkommen ist die betriebliche Vorsorge oft ein Baustein, selten die ganze Antwort.

Säule drei: private Vorsorge ohne Produktverkauffallen

Der private Teil lässt sich in zwei Kategorien denken: flexible Lösungen (breit gestreute ETF-Sparpläne, Tagesgeld für Zwischenziele) und vertraglich fixierte Produkte. Letztere verkaufen sich oft über Steuervorteile in der Ansparphase und verbergen Kosten in der Auszahlphase. Ein ehrlicher Vergleich rechnet beide Phasen zusammen — nicht nur die bequeme erste.

Altersvorsorge ist kein Produkt, sondern eine Differenz: zwischen dem, was kommt, und dem, was gebraucht wird.

Der nächste Schritt

Wer seine Rentenlücke kennt, kann sie in eine Monatsrate übersetzen: Bei einem Anlagehorizont von zwanzig Jahren und breiter Streuung ist die nötige Sparrate meist niedriger, als die Bauchangst vermutet. Die eigentliche Hürde ist nicht die Höhe, sondern die Zahlen einmal ehrlich nebeneinander zu legen — danach wird Planung zur Routine.

 
 
 

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